Katalog zum Anlaß des Jubiläums der Karl-Hofer-Gesellschaft, 1985, Berlin

Text von Marie-Victoire Friedberg

Manfred Schlings Bilder scheinen dominiert von einer gewissen Abwesenheit eines dramatischen Eklats, - und dennoch verändern sich diese Bilder durch ständig wechselnde Wirkungen. Heikles, Zerbrechliches und Verborgenes eröffnet sich dem Betrachter, je nach Stimmung; und scheinbar monotone Bilder evozieren kontinuierlich Überraschungen, Ergebnisse jenes Kräfteverhältnisses, das zwischen den auftauchenden, zirkulierenden oder verschwindenden Spuren und den Bildgründen besteht, die sich für sie öffnen. Am häufigsten schattieren diese Spuren sich schwarz oder absorbieren den dominierenden Ton und verdunkeln ihn. Es sind Kraftlinien, die geboren werden oder sterben, wie langsame schwarze Feuerwerke. Bilder, die etwas vermitteln von jenem porösen Zustand der Träumerei, die die Vergangenheit und die Zukunft absorbiert und die durchdrungen ist vom Schein einiger Zeichen.