Katalog zum Anlaß der Ausstellung „Das Meer ist blau …“ im Forum des Deutschen Meeresmuseums Stralsund, 2001/2002, Stralsund

ausgestellte Künstler: Gudrun Arnold
  Hans-Dieter Bartel
  Frédéric Benrath
  Brarn Bogart
  Alke Brinkmann
  Carl Ludwig Christoph Douzette
  Käthe Ebner
  Qin Feng
  Rainer Fetting
  Ralph Fleck
  Kuno Gonschior
  K. 0. Götz
  Basilius Grundmann
  Thomas Hartmann
  K. H. Hödicke
  Gerhard Hoehme;
  Ulrich Hoeltz
  Andreas Horlitz
  Mienske Janssen-Bitters
  Martin Kasper
  Siegfried Korth
  László Lakner
  Hermann Lindner
  Nino Malfatti
  Oskar Manigk
  Henri Michaux
  Christiane Möbus
  Otto Niemeyer-Holstein
  Timur Novikov
  Markus Prachensky
  Salomé
  Valeria Sass
  Uwe Meier-Weitmar
  Comelia Schleime
  Manfred Schling
  Ernst Schröder
  Kazuo Shiraga
  Ansgar Skiba
  Ernesto Tatafiore
  Fred Thieler
  Wolfgang Tietze
  Wolfgang Troschke
  Dirk van der Meulen
  Matthias Wegehaupt
  Gustav Wimmer
  Michael Wirkner
  Mac Zimmermann

Edgar Allan Poe

Eine Niederfahrt in den Maelstrom (Auszug)

Das gewaltige Seebett, in tausend widerstreitende Stromrinnen zerfurcht und zerschrammt, brach hier, an dieser Stelle, jäh in wahnsinnige Zuckung aus - wogendes, wallendes, zischendes Element, das in unzähligen gigantischeu Strudeln kreiste. Und das Ganze wirbelte und stürzte mit einer Raschheit nach Osten, die Wasser sonst nur im lotrechten Fall von Katarakten erreicht.

Ein paar Minuten später erfuhr der Schauplatz 'eine weitere radikale Veränderung. Die Wasseroberfläche glättete sich insgesamt ein wenig und die Strudel schwanden nach und nach, während sich gewaltige Gischtstreifen an Stellen zeigten, wo vorher keine zu sehen gewesen waren. Diese Streifen breiteten sich schließlich weithin aus, schlossen sich zusammen, gerieten in das Kreiseln der abgeklungenen Strudel und schienen den Kern eines neuen, noch gewaltigeren Wirbels zu bilden. Rasch ganz rasch - gewann dieser, in einem Kreis von mehr als einer halben Meile Durchmesser, eine deutliche und umgrenzte Gestalt. Den Rand des Strudels bildete ein breiter Gürtel schimmernder Gischt, von der kein Wasserstäubchen in den Schlund dieses schrecklichen Trichters glitt, dessen Inneres, soweit ihn das Auge ausloten konnte, eine glatte, glänzende, tiefschwarze Wasserwand war, die sich gegen den Horizont in einer Schräge von zirka 45 Grad neigte; sie raste in schwindelerregendem Tempo im Kreis herum, in schwankend-malmender Bewegung, und sandte den Winden eine furchtbare Stimme zu, halb gellender Schrei, halb Brüllen, wie sie nicht einmal der mächtige Niagara-Fall in seiner Qual jemals gen Himmel steigen läßt.

Aus dem Amerikanischen: Rainer G. Schmidt